Neues KI-Tool von OpenAI: Sora kann aus schriftlichen Anweisungen Videos erstellen

Avatar-Foto

Nach dem Chatbot ChatGPT, der die direkte Kommunikation mit k√ľnstlicher Intelligenz (KI) erm√∂glicht, stellt OpenAI nun ein weiteres generatives KI-Tool vor: Sora. Mit diesem Tool k√∂nnen sofort Videos aus schriftlichen Anweisungen erstellt werden. Sp√§testens seit der Ver√∂ffentlichung von ChatGPT ist klar geworden, dass wir vor einer KI-Revolution stehen. Wie genau sie die Welt ver√§ndern wird, ist noch unklar, aber es zeichnen sich schon einige Vorteile dieser bahnbrechenden Entwicklungen an. Allerdings gibt es auch einige Bedenken hinsichtlich der KI-Revolution.

Das KI-Dilemma

K√ľnstliche Intelligenz ist derzeit DAS Thema in der Technologiebranche. Technologieunternehmen und Start-ups streben danach, immer leistungsf√§higere KI-Systeme zu entwickeln. Diese Entwicklung wird nicht von allen positiv aufgenommen. Viele √§ussern ihre Bedenken gegen solche leistungsf√§higen KI-Systeme.

Bei den Bedenken handelt es sich vor allem um ethische und um Sicherheitsbedenken. Wie werden wir feststellen k√∂nnen, ob ein Video echt oder von KI generiert ist? Wie k√∂nnen wir sicherstellen, dass KI nicht f√ľr politische Zwecke missbraucht wird? Wird sie unsere Arbeitspl√§tze gef√§hrden, wenn man bedenkt, wie effizient und produktiv KI sein kann? Oder wird sie die menschliche Intelligenz ersetzen und die Kontrolle √ľbernehmen, wie in dem Film Ex Machina?

Ob Sie nun ein Fan dieser Technologie sind oder nicht, KI ist bereits fest in unserem Alltag integriert, was einige Vorteile mit sich bringt. Die k√ľnstliche Intelligenz erleichtert unseren Alltag und tr√§gt unter anderem zu Verbesserungen im Gesundheitswesen, im Bildungswesen und der Wirtschaft bei. In der Geschichte der Menschheit gab es schon einige Innovationen, die industrielle Revolutionen ausgel√∂st haben, da ist KI nur der n√§chste Schritt in der industriellen Revolution. Doch wie revolution√§r ist k√ľnstliche Intelligenz wirklich?

‚ÄěWenn unser Zeitalter die n√§chste industrielle Revolution ist, wie viele behaupten, dann ist KI sicherlich eine der treibenden Kr√§fte.‚Äú

Fei Fei Li, KI-Expertin und Stanford-Professorin

Eine neue visuelle KI-Revolution

Mit Sora stellt OpenAI sein neues generatives KI-Tool vor, das schriftliche Beschreibungen in realistische Bilder umwandeln kann. Derzeit kann das KI-Modell Videos mit einer L√§nge von bis zu 60 Sekunden erstellen, die nur auf Text oder auf Text- und Bildanweisungen basieren. Sora baut damit auf fr√ľhere Innovationen von OpenAI auf, wie die grossen Sprachmodelle GPT und der Bildgenerator DALL-E. 

Wie die Innovation von OpenAI Text in hyperrealistische Videos verwandelt

Im folgenden Video stellt OpenAI Sora vor und zeigt einige Beispielvideos, die anhand von Textanweisungen von dem KI-Tool erstellt wurden. Darunter befindet sich ein Video von Golden-Retriever-Welpen, die im Schnee spielen, ein Filmtrailer mit einem realistisch aussehenden Schauspieler und die Luftaufnahme einer Drohne am Big Sur Garay Point Beach. Alle erstellten Videos entsprachen genau den eingegebenen Textbefehlen, wurden in sehr realistischen Ansichten wie Kameras oder Drohnen pr√§sentiert und laut OpenAI ‚Äěvon Sora ohne √Ąnderungen generiert”.

Wann ist Sora verf√ľgbar?

Sora ist noch nicht √∂ffentlich verf√ľgbar. Zurzeit darf nur eine ausgew√§hlte Gruppe von bildenden K√ľnstlern, Designern und Filmemachern das KI-Tool nutzen und Video-Ideen liefern. Bald soll Sora jedoch auch f√ľr die √Ėffentlichkeit verf√ľgbar sein. 

Einige KI-Experten haben sich bereits zu dem neuen KI-Tool ge√§ussert. So sagte Jim Fan von Nvidia, es handele sich bei Sora um eine ‚Äědatengesteuerte Physikmaschine‚Äú, die Welten simulieren k√∂nne, und sei daher eine bessere Innovation als die anderen ‚Äěkreativen Spielzeuge‚Äú von OpenAI. Gary Marcus, der CEO von Robust.AI und Geometric Intelligence (von Uber √ľbernommen), stellte hingegen das generative KI-Modell, das Sora f√ľr die Videosynthese verwendet, sowie die Genauigkeit der produzierten Videos infrage: ‚ÄěDas System versucht, die Welt zu approximieren, aber es ist einfach nicht sehr gut darin‚Äú. Unter den Experten gibt es laut CBS News aber auch welche, die ‚ÄöAngst‚Äė vor dem neuen Tool und dem, was es machen kann, haben.¬†

Das Risiko von KI-generierten Inhalten

Durch die visuelle-generative KI-Revolution k√∂nnten zahlreiche Jobs in der Unterhaltungsindustrie, wie Designer, Content Creators, Filmemacher und Schauspieler, aber auch Jobs im Medien- und Journalismusbereich gef√§hrdet sein. Doch nicht nur Arbeitspl√§tze k√∂nnten gef√§hrdet sein, sondern auch die Demokratie. Solche Deepfake-Videos k√∂nnten die Desinformation auf der ganzen Welt verst√§rken, was besonders in diesem Jahr problematisch werden k√∂nnte, da in mehreren L√§ndern der Welt wichtige Wahlen stattfinden. Einige Prominente, wie Scarlett Johansson, haben wegen Deepfake-Videos schon rechtliche Schritte eingeleitet. Die US-Schauspielerin verklagte eine KI-App, die ohne ihre Erlaubnis ein KI-generiertes Abbild sowie eine k√ľnstlich generierte Stimme von ihr f√ľr eine Werbung verwendet hatte

Um eine verantwortungsvolle Nutzung der visuell-generativen KI zu gew√§hrleisten, werden strenge ethische Standards, rechtliche Rahmenbedingungen und technische L√∂sungen (z. B. Authentizit√§tspr√ľfung und Wasserzeichen) im Zuge der Weiterentwicklung der Technologie erforderlich sein. Vergangenes Jahr k√ľndigte US-Pr√§sident Joe Biden eine neue Durchf√ľhrungsverordnung zur KI an, in der zus√§tzliche Sicherheitsvorkehrungen und Wasserzeichen zur eindeutigen Kennzeichnung von durch k√ľnstliche Intelligenz geschaffenen Werken gefordert werden.

Die Zukunft der visuell-generativen KI 

Die Branche ist Zeuge eines Paradigmenwechsels, und die Zukunft der visuellen Medien wird sich bald dramatisch ver√§ndern. Die visuellen KI-Systeme werden immer ausgefeilter und erm√∂glichen die Erstellung von immer aufwendigeren und realistischeren Bildern, Filmen und virtuellen Umgebungen. Dies k√∂nnte zu kreativen Methoden f√ľr die Vermittlung von Geschichten, zur Erstellung massgeschneiderter Inhalte und zu fesselnden Virtual- und Augmented-Reality-Erlebnissen f√ľhren. Statt sie zu ersetzen, sollte die KI ein Hilfsmittel f√ľr die Besch√§ftigten in der Unterhaltungsbranche sein.

Trotzdem sollten Entscheidungstr√§ger weltweit klare Regeln f√ľr KI-generierte Inhalte vorschreiben, um Missbr√§uche zu verhindern. Um diese Gefahren zu verringern, ist es wichtig, dass Unternehmen wie OpenAI, Google, Meta und Start-ups wie Runway, die an Text-zu-Video-KI-Projekten beteiligt sind, strenge Richtlinien befolgen. OpenAI selbst gibt an, dass das Unternehmen ‚Äěmehrere wichtige Sicherheitsmassnahmen ergreift, bevor Sora in den Produkten von OpenAI verf√ľgbar gemacht wird‚Äú. Trotzdem sollten schnell klare Regeln im Umgang mit KI-Inhalten geschaffen werden, damit das Zeitalter der generativen KI nicht zu einem Zeitalter der Desinformation wird.


Total
0
Shares
Vorheriger Beitrag

Ein Leitfaden f√ľr Infrarot-LEDs von Intelligent LED Solutions

Nächster Beitrag

Der Wettlauf im Bereich KI: 7 Länder, die Sie im Blick haben sollten

Verwandte Beiträge